Digitalisierung in der Getreidelagerung: Anzahl smarter BayWa-Standorte wächst
- Standorte mit moderner Silosensorik 2025 nahezu verdoppelt
- 400.000 Tonnen Getreide werden bereits heute digital überwacht
- Gesunderhaltung der Ernte, Entlastung des Silomeisters bei weniger Energieaufwand und Kosten
Die BayWa AG baut die Digitalisierung ihrer Getreidelagerung weiter aus. Allein in diesem Jahr hat sie die Anzahl der Standorte, die mit moderner Silosensorik ausgestattet sind, von 25 auf 41 erhöht. Die Menge der digital überwachten Agrarerzeugnisse wuchs innerhalb eines Jahres auf 400.000 Tonnen an. Die BayWa plant, 2026 weitere Erfassungsstandorte mit smarten Temperaturfühlern auszustatten. Der Einsatz der Silosensorik lohnt sich gleich mehrfach: Neben der Gesundhaltung der Ernte und einer deutlichen Entlastung des Silomeisters spart das Unternehmen Energieaufwand und Kosten.
Am BayWa-Standort in Biberach mögliche Einsparungen sichtbar machen
Am BayWa-Standort in Biberach, Baden-Württemberg, will die BayWa die Ersparnis demnächst in Zahlen sichtbar machen. „Konkret wollen wir den Stromverbrauch aus diesem dritten und vierten Quartal mit den Vorjahresergebnissen vergleichen. Wir gehen davon aus, dass die Einsparungen signifikant sein werden“, sagt Thomas Hundschell. Der Produktionsleiter bei Agrar Erzeugnisse ist für den Einbau der Silosensorik im BayWa-Vertriebsgebiet zuständig. Um die Ergebnisse aus Biberach abzusichern, soll das Monitoring in den Folgeperioden fortgesetzt werden.
Das dritte und vierte Quartal seien aber besonders interessant, weil der Energieaufwand in den ersten Monaten nach der Ernte am höchsten ist. Thomas Hundschell: „Um Agrarerzeugnisse optimal zu lagern, sollte die Temperatur im Silo bei 13 Grad Celsius oder niedriger liegen. Zur Ernte kommt das Getreide aber mit 30, manchmal sogar 40 Grad Celsius bei uns an. Um es lagerfähig zu machen, müssen wir es also in möglichst kurzer Zeit auf Zieltemperatur bringen.“
Pro Stunde verbraucht ein Kühler im Silo bis zu 100 Kilowattstunden Strom – so viel, wie ein privater Haushalt in Deutschland pro Kopf im Monat. „Da ist Geschwindigkeit gefragt, denn jede Stunde Kühlung kostet Geld“, sagt Produktionsleiter Hundschell.
Entwickelt wurde die Silosensorik von dem französischen Unternehmen Javelot. Für Javelot hat die Kooperation mit der BayWa Leuchtturm-Charakter, um nachhaltig im deutschen Markt Fuß zu fassen. Das smarte System überwacht permanent die Wärmeentwicklung im Silo. Ein Frühwarnsystem erkennt potenzielle Wärmenester, lokalisiert die betroffene Zone und meldet die exakte Höhe der Temperatur sowie die Geschwindigkeit des Temperaturanstiegs. Wenn nötig, warnt eine App den Silomeister und dieser kann die Temperatur ohne unnötigen Zeit- und Energieverlust regulieren.
„Deutliche Aufwertung des Arbeitsplatzes des Silomeisters“
Das Javelot-System ermöglicht es darüber hinaus, gleichzeitig die Silotemperatur an mehreren Standorten zu prüfen – auch überregional. Das Vier-Augen-Prinzip schafft zusätzliche Sicherheit in der Qualitätskontrolle und entlastet die Mitarbeitenden vor Ort. Thomas Hundschell: „Mit der digitalisierten Getreidelagerung wird auch der Arbeitsplatz des Silomeisters deutlich aufgewertet. In Verbindung mit smarter Technik für die Gesunderhaltung unserer Grundnahrungsmittel zu sorgen – was für eine schöne und sinnstiftende Aufgabe.“