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Trockenheit im Wald: BayWa startet Bewässerungsprojekt zur Wiederaufforstung in Württemberg

Rückenwind durch staatliche Fördermittel

Die Trockenheit der letzten Jahre in Deutschland wird auch im Wald zunehmend zum Problem. Mangelnde regionale Niederschläge schwächen die Bäume und leisten dem Schädlingsbefall Vorschub. Während Gegenmaßnahmen wie die Bewässerung im älteren Waldbestand wenig sinnvoll sind, kann sie bei der Waldverjüngung zum Aufwuchserfolg beitragen. Dass der Aufwuchs von Baumsetzlingen durch gezielte Tropfbewässerung gesichert werden kann, zeigt die BayWa jetzt in einem Aufforstungsprojekt bei Sulzbach an der Murr im Landkreis Waiblingen (Baden-Württemberg).

Für das Projekt steht ein Hektar Waldfläche zur Verfügung. Ihr Eigentümer, der Forstwirt Markus Laiblin, hat auf seiner Versuchsfläche 800 junge Eichen und Zedern gepflanzt. Beide sind besonders stresstolerant – einer der Gründe, warum Laiblins Wahl auf diese Baumarten fiel. „Die eine Hälfte der Versuchsfläche wird bewässert, die andere nicht“, erläutert der Forstwirt die Vorgehensweise im Projekt. „So können wir im Verlauf der nächsten Jahre beobachten und vergleichen, wie sich die Bewässerung auf das Wachstum der jungen Pflanzen auswirkt.“

Nach der Pflanzung startet die Bewässerung. Für die rund 400 Setzlinge wurden Tropfschläuche des Herstellers Netafim im Reihenabstand von 60 cm bis 1 Meter direkt an die Pflanzen gelegt. „Für die Wiederaufforstung eignet sich die Tropfbewässerung besonders“, erklären Matthias Kaiser und Franz Schmidl, beide zuständig fürs Wassermanagement im Forst bei BayWa. „Denn mit diesem System kann punktgenau und wassersparend am Baum bewässert werden, ohne dass unerwünschter Beiwuchs wie Brennnesseln oder Brombeeren mitversorgt und somit gefördert wird." Material und Technik stammen vom Weltmarktführer aus Israel. Bewässert wird geräuschlos mit geringem oder - bei entsprechenden Schwerkraftverhältnissen - ohne Energieaufwand. Eine personelle Aufsicht vor Ort ist nicht erforderlich.

BayWa liefert sowohl die technischen Komponenten als auch die fachliche Beratung und Projektierung der gesamten Anlage. Das Wasser wird bei diesem Projekt in einem 1.500-Liter-Fasswagen bereitgestellt und ist größtenteils gesammelter Regen von Laiblins Hof. „Für mich ist wichtig, meinen Waldbestand durch Verjüngung zu sichern und langfristig zu erhalten. Gerade junge Pflanzen sind bei Trockenheit stark gefährdet. Von der Bewässerung erhoffe ich mir geringe Ausfälle und damit deutlich weniger Kosten bzw. Aufwand bei der Waldverjüngung.“ Das Projekt ist auf mehrere Jahre angelegt. In einem weiteren Schritt ist geplant, die Bewässerungsprozesse digital gestützt per Smartphone und App zu überwachen und zu steuern.

Rückenwind erhält die Thematik durch die aktuell geltenden Förderungen in einzelnen Bundesländern. In Baden-Württemberg werden aktuell Fördermittel bis einer Höhe von 2.000 Euro pro Hektar und Durchgang bereitgestellt, in Bayern stehen vorerst bis Jahresende maximal 1 Euro pro Stück und Durchgang zur Verfügung.

 

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  • © BayWa AG, Abdruck honorarfrei: (Bild wurde vor Corona aufgenommen) Förster Markus Laiblin (v.l.), Georg Beer, Leiter Innovationen bei Netafim Deutschland, und Matthias Kaiser, Leiter BayWa Projektvertrieb Wassermanagement, auf der Versuchsfläche. 5,8 MB / JPG Download
  • © BayWa AG, Abdruck honorarfrei: In den Tropfschläuchen befinden sich im Abstand von 50 cm kleine Öffnungen, die das Wasser langsam und gleichmäßig an die Pflanze abgeben. 5,8 MB / JPG Download