zurück zur Presseübersicht
Veröffentlicht am

Initiative Klima-Landwirt in Franken

BayWa Agrar/Technik kompensiert CO2-Emissionen ihres gesamten Fuhrparks

Gemeinsam mit den regionalen Landwirten den Klima-, Gewässer- und Artenschutz angehen – das will die BayWa Spartenregion Agrar/Technik in Franken als „Klima-Patin“ der Initiative Klima-Landwirt (IKL). Konkretes Ziel der BayWa Agrar/Technik Franken ist, die gesamten CO2-Emissionen ihres Fuhrparks zu kompensieren. Erreicht werden soll dies im Schulterschluss mit der Landwirtschaft und mit einer gezielten Humusbewirtschaftung landwirtschaftlicher Böden. Denn Humus liefert großes Potenzial bei der Speicherung von Kohlenstoff im Boden und trägt so zum Klimaschutz bei. Damit zahlt das Projekt auch auf die Klimastrategie des BayWa Konzerns ein, der Klimaneutralität bis 2030 anstrebt.

Günter Schuster, Spartengeschäftsführer Agrar und Technik der BayWa Franken sagt dazu: „Unsere Stärke ist die Regionalität. Darum wollen wir für die CO2-Emissionen unseres Fuhrparks eine Kompensation bei uns vor Ort schaffen. Wir sehen darin einen besseren Ausgleich als durch Klimazertifikate, die für Aktivitäten irgendwo in der Welt stehen.“ 

Die BayWa Agrar/Technik Franken betreibt über 140 Kundendienstfahrzeuge, Stapler, LKW und Mietfahrzeuge sowie 118 Dienstwägen an ihren 72 Standorten. Insgesamt fallen jährlich rund 1.500 Tonnen CO2 an. Um diese zu kompensieren, werden im Rahmen dieses IKL-Projekts Landwirte aus Franken und angrenzenden Regionen auf insgesamt rund 600 Hektar Ackerfläche die Humusbewirtschaftung gemäß den Richtlinien und Vorgaben des IKL-Projekts durchführen.

Die IKL steht für Projektpartnerschaften, die für mindestens drei Jahre zwischen Landwirten und Klimapaten geschlossen werden, um gemeinsam den Humuserhalt und -aufbau in der jeweiligen Region zu fördern. Um die Biodiversität auf den Ackerflächen zu erhöhen, verpflichtet sich der Landwirt zudem, Landschaftselemente wie Hecken, Feuchtbiotope oder Blühstreifen zu schaffen.

Die IKL wurde von dem BayWa-Tochterunternehmen Farmfacts initiiert, organisiert und begleitet. Kurt Herbinger von Farmfacts erklärt: “Wir zeigen teilnehmenden Landwirten, wie sie durch Humusaufbau und -erhalt CO2 besser in ihren Böden binden können. Das ist nicht nur gut für das Klima, es verbessert auch die Fähigkeit ihrer Äcker, Wasser zu speichern und schützt so die Gewässer. Außerdem fördert es die Bodenlebewesen und damit die Artenvielfalt. Schließlich steigert es auch die Erträge der Böden.” 

Markus Niedermüller aus Birkenfeld ist einer der Klima-Landwirte und erklärt, wie sein Engagement aussieht: "Das IKL-Projekt verstehe ich als Ergänzung zu unserem Leitbild: 'Photosynthese auf Ackerland ist klimaschonender als die beste Photovoltaikanlage'. Wir fördern mit Pflanzengesellschaften das Sonnenkraftwerk Boden, damit machen wir Regen und kühlen die Bodentemperaturen ab. Projekte wie die Initiative Klima-Landwirt sind wichtig, damit wir viele praktische Erfahrungen sammeln können."

 Was ist Humus?

Humus bezeichnet die Gesamtheit der fein zersetzten organischen Bodensubstanz und wird durch die Aktivität der Bodenorganismen laufend auf-, um oder abgebaut. Humusaufbau erfordert einen langen Atem. Pflanzen entziehen der Atmosphäre CO2, wandeln es in Kohlenstoff um und binden es in Biomasse. Der Erhalt bzw. Aufbau von Humus funktioniert, indem Pflanzenreste in den Boden eingemischt werden. Untersuchungen haben ergeben, dass Pilze sich von den in den Pflanzen erhaltenen Kohlenstoffen ernähren und diese unter den richtigen Bedingungen langfristig im Boden binden. Bei diesem Prozess können bis zu drei Tonnen CO2 je Hektar und Jahr dauerhaft im Erdreich gespeichert werden. Dies funktioniert aber nur bei konsequenter Umsetzung von geeigneten ackerbaulichen Maßnahmen: Es kommt weniger darauf an, dass dem Boden Nährstoffe in großen Mengen zugefügt werden, sondern dass sie vom Boden verarbeitet werden können. Hier ist das passende Anbausystem entscheidend. Grundsätzlich unterstützen Untersaaten (z.B. im Maisanbau), Zwischenfrüchte (anerkannte Gemenge, Senf usw.) und Leguminosen (z.B. Klee, Luzerne) die Humusbildung.

Humus bindet auch wertvolle Pflanzennährstoffe wie Schwefel und Phosphor und gibt sie an neue Pflanzen weiter. Gleichzeitig bietet er ideale Lebensbedingungen für Mikroorganismen, deren Vorkommen die Pflanzengesundheit fördert. Er verbessert die Durchlüftung, Wasserspeicherung und Durchwurzelung der Böden und trägt so insgesamt zu besserem Pflanzenwachstum und damit zu einer stärkeren Speicherung von CO2 in den neuen Pflanzen bei. Sowohl Humusaufbau als auch Humuserhalt sind deshalb ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz.

Wie genau funktioniert die Initiative Klima-Landwirt?

Landwirte, die an einer Klimapatenschaft interessiert sind, melden sich bei www.nextfarming.de. Sie erhalten sodann eine individuelle Beratung (möglich ist eine Teilnahme vorerst in Bayern und Baden-Württemberg). Bei teilnehmenden Landwirten werden nun GPS-gestützt und sorgfältig auditiert von einem Bodenproben-Mobil der BayWa Untersuchungen durchgeführt, um eine repräsentative Übersicht zum Humus auf ihren Flächen zu erstellen. Bei der Analyse der Bodenproben wird auch ermittelt, welches Potenzial zum Humusaufbau es auf den Flächen gibt. FarmFacts schlägt den Landwirten dann eine Reihe von Maßnahmen vor, aus denen diese in einem bestimmten Rahmen wählen können. Dies kann z.B. der Anbau von Leguminosen oder der Einsatz bestimmter Bodenbearbeitung sein. Zu Beginn und am Ende der 3-jährigen Vertragsperiode wird durch Bodenanalysen überprüft, wie sich die Humusbilanz des Landwirts entwickelt.

Die BayWa Spartenregion AgrarTechnik Franken beschäftigt insgesamt 1.100 Mitarbeiter an 72 Standorten. Der Jahresumsatz beträgt 500 Mio. Euro.

  • © BayWa AG, Abdruck honorarfrei: Zur Humusmessung werden GPS-gesteuert Bodenproben gezogen. Eine Probe basiert auf mindestens fünfzehn Einstichen je Referenzfläche in 25 – 30 cm Tiefe. Die erste Bodenprobe wird zu Beginn der Klimapatenschaft gezogen. Nach drei Jahren erfolgt eine zweite Beprobung 340,4 KB / JPG Download