1923 trennt die Bayerische Zentral-Darlehenskasse aus finanztech- nischen Gründen während der drastischen Inflation das Warengeschäft vom Geldgeschäft: die Geburtsstunde der BayWa.
Aus dem Wettbewerb konkurrierender Genossenschaften in den 20er und 30er Jahren geht die BayWa als wirtschaftlich gestärktes Unternehmen hervor. Viele Landwirte lernen die BayWa als Helfer aus der Krise schätzen. Mehr noch: Sie trägt zur Entfaltung der Wirtschaft in der Region bei.
Die 50er und 60er Jahre
Die Industrie entwickelt und produziert auf Hochtouren: Das deutsche "Wirtschaftswunder" nimmt seinen Lauf. Für die Landwirtschaft bedeutet das Vollmechanisierung und Produktivitätssteigerung. Die BayWa wird zum Wegbereiter der modernen Landwirtschaft. Der Siegeszug von Schleppern und Mähdreschern beginnt. In wenigen Jahren baut die BayWa mehr als 300 Reparaturwerkstätten, rund 3.000 Mechaniker werden zu Fachpersonal ausgebildet. Das Profil des Unternehmens wandelt sich vom Händler zum qualifizierten Berater und Dienstleister. Das Agrarsortiment wird um Diesel und Schmierstoffe ergänzt.
Die 70er Jahre
Erste Märkte werden in der Region eingerichtet. Dazu kommt die Erweiterung um das Baustoffgeschäft. Die BayWa baut Tankstellen und Heizöldepots. Tankwagen liefern das Heizöl selbst in die entlegensten Winkel. Der Ausbau der Sparten, die Spezialisierung zum Profi-Anbieter sowie eine immense Angebotsvielfalt stellen hohe Anforderungen an die Mitarbeiter. 1973 bringt eine Umfrage ans Licht: Die BayWa kennt praktisch jeder in Bayern.
Die 80er Jahre
Gesättigte Märkte kündigen in den achtziger Jahren einen steigenden Wettbewerb an. Die BayWa strafft die Organisation und schafft flexible, kundenorientierte Betriebseinheiten. Im Bausektor etabliert sich die Sparte Baustoffe als Profi-Anbieter und schafft so die Grundvoraussetzung, deutschlandweit zu einem bedeutenden Baustoffhändler zu werden. Mit ihrer Kampagne "Landschaftsgerechtes Bauen" trägt die BayWa zur Verbesserung der ländlichen Baukultur bei. Zugleich engagiert sie sich für nachwachsende Rohstoffe und eröffnet ihren Kunden ökologische Alternativen zu herkömmlichen Verfahren und Produkten.
Die 90er Jahre
Mit der Wiedervereinigung wächst die BayWa erstmals über ihr bisheriges Vertriebsgebiet Bayern hinaus. Neue Arbeits- und Absatzmärkte in den neuen Bundesländern werden erschlossen. Aber nicht nur das: Die ostdeutschen Unternehmen brauchen Partner, die ihnen beim Aufbau einer wirtschaftlich neuen Existenz zur Seite stehen. Mit Know-How-Transfer unterstützt die BayWa ihre Franchise-Partner beim Start ins Unternehmertum. Wettbewerbsfähigkeit sowohl auf regionalen als auch auf internationalen Märkten ist gefordert. Kooperationen und Beteiligungen im benachbarten Ausland folgen. Die Ära der gezielten Expansionsstrategie setzt ein. Mehrheitsbeteiligungen und Kooperationen im Nachbarland Österreich sowie Joint-Ventures und Tochterunternehmen in osteuropäischen Ländern sind der Beginn der internationalen BayWa Aktivitäten. Für die Geschäftspartner in den bisherigen Kerngebieten bedeutet dies den Anschluss an internationale Märkte.
Das erste Jahrzehnt im 3. Jahrtausend
Auch zu Beginn der Jahrtausendwende setzt der BayWa Konzern die Expansion fort. Profitables Wachstum steht dabei im Vordergrund. Ein Beispiel ist die Verschmelzung der WLZ Raiffeisen AG, Stuttgart, mit dem BayWa Konzern und damit die Ausdehnung des Kerngeschäfts auf Württemberg. Die drei Konzernsegmente Agrar, Bau, und Energie verfolgen jeweilige Expansionsziele im In- und Ausland. Dazu gehört auch der Aufbau des neuen Geschäftsfeldes regenerative Energien (BayWa r.e GmbH).